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Klaus-Jürgen Möbus

Klaus-Jürgen Möbus studierte Germanistik und Kunstpädagogik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er arbeitete als Kunstpädagoge in der Erwachsenenbildung und an Gesamtschulen des Wetterau-kreises und ist zudem als Kurator von Ausstellungen
tätig. Seit rund 30 Jahren arbeitet er in seinem Atelier in der
Altstadt von Büdingen.

In seinen abstrakten Gemälden erforscht Klaus-Jürgen Möbus
das Zusammenspiel von Farbe, Bewegung und Raum. Seine mit Öl und Acryl auf Leinwand geschaffenen Arbeiten entwickeln sich in einem langen, prozesshaften Vorgehen.

Ausgangspunkt ist häufig eine spontane, gestische Setzung, auf die zahlreiche weitere Arbeitsschritte folgen. Farbschichten werden aufgetragen, verdichtet, teilweise wieder abgenommen und übermalt. Sichtbare Spuren früherer Zustände bleiben dabei erhalten und verleihen den Bildern ihre besondere räumliche Tiefe.

Möbus versteht das Malen als einen offenen Prozess, dessen
Ergebnis zu Beginn noch nicht feststeht. Jede neue Setzung reagiert auf das bereits Vorhandene. Fließende Farbverläufe treffen auf kraftvolle Pinselbewegungen, transparente Bereiche auf kompakte, nahezu körperlich wirkende Farbzonen. Übermalungen verdecken frühere Bildentscheidungen, lassen sie zugleich jedoch stellenweise wieder hervortreten. So entstehen vielschichtige Oberflächen, in denen sich Aufbau und Auflösung, Ruhe und Dynamik miteinander verbinden.

Die ausgestellten Werke bewegen sich zwischen lichter Weite
und dunkler Verdichtung. Helle, beinahe schwebende Partien
stehen neben erdigen, tiefblauen oder schwarzen Flächen. Linien, Rinnspuren und aufgebrochene Strukturen durchziehen die Bilder und erinnern bisweilen an Landschaften, atmosphärische Räume oder verwitterte Oberflächen. Eine eindeutige gegenständliche Lesart geben die Gemälde jedoch nicht vor. Sie eröffnen vielmehr Assoziationsräume, in denen die Betrachtenden eigene Wahrnehmungen und Erinnerungen entwickeln können.

Gerade der lange Arbeitsprozess ist für die Malweise von Klaus-Jürgen Möbus wesentlich. Die Bilder entstehen durch wiederholtes Prüfen, Verändern und Überarbeiten. Jede Leinwand trägt die Geschichte ihrer Entstehung in sich: in Schichtungen, Übermalungen, Brüchen und freigelegten Spuren. Der gestische Impuls verbindet sich dabei mit bewusster malerischer Reflexion.

Bekannt wurde Möbus unter anderem durch das von ihm als „konzeptuelle Landschaftszeichnung“ bezeichnete Land-Art- Projekt „Weiße Stäbe“. Die Arbeit entstand 1990 in einem Tal des Vogelsbergs und setzte sich mit dem Verhältnis von künstlerischer Intervention, Landschaft und räumlicher Wahrnehmung auseinander. Diese Beschäftigung mit Raum, Struktur und Veränderung findet in anderer Form auch in seiner heutigen Malerei ihren Ausdruck.

 

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